Samstag, 24. August 2013

Sanfte Töne in den Hallen der U-Bahn.

Während sich das Mädchen in den Zeilen und Sätzen eines blumig und zugleich kühl geschriebenen Buches vertieft, ertönen sanfte harfenklänge, welche die ganze unterirdische Bahnstation erhellen und beginnen sie auszufüllen. Nach einigen getragenen Sekunden erhebt er seine Stimme und beginnt mit einer weichen und tiefen stimme zu singen. Das Mädchen taucht ein, in die Musik in das Erscheinungsbild des Musikers, klappt ihr Buch zu und gibt sich der Musik hin.
Die Realität holt die bald darauf wieder ein als der Zug einfährt und erkennt das sie ich ist.

Mittwoch, 21. August 2013

Sandkörner kann man nicht zählen.

Mir bleibt nichts übrig. Die Zeit die ich noch hätte verfliegt im Wind, lässt mich im Stich und ist plötzlich vergangen. Ich suche sie, gewissenhaft in jeder erdenklichen Ecke, versuche dabei manisch einige Sekunden vom Boden aufzuklauben und es scheint mir in dem Moment nicht bewusst zu sein, das diese Tätigkeit an sich Zeit beansprucht.
Bald kann ich die mir verbleibenden Tage an meinen eisigen Fingern abzählen und irgendwann wenn ich es am wenigsten erwarten werde wird er da sein, der Moment an dem ich diese neue Welt betrete und mich von hier verabschieden muss.

Ich habe langsam das Gefühl das diese verknoteten, vagen Gedankenscherben einer Erläuterung bedürfen.
- habe 12 Jahre geordnete 'Bildung' hinter mir und warte auf den 4.September, dem Tag an dem ich ausreisen werde, vorerst für ein Jahr als aupair Mädchen in einer Künstlerfamilie mitten im Künstlerviertel Paris'.
- versuche eine Balance zwischen dem Wunsch und Zwang des Verkriechens und der Person zu schaffen, die ihre Freunde ein letztes Mal in die Arme schließen möchte, ein letztes mal ihr Lächeln beobachten, wenn sie mir von Erlebten berichten, möchte, sich schlicht wünscht ihrem realen, unverfälschten Bild noch einmal zu begegnen.
- Anorexie (mittlerweile eher Ednos), Schizophrenie und Depressionen sind Vokabeln, die mir schon beschreibend von einem klinischen Psychologen dargelegt worden sind.

in mir befindet sich heute zu viel Essen.

Dienstag, 20. August 2013

im schwarzen Wasser treibend.

Nachts um 2.44 schmerzen meine leeren Augen nicht mehr so sehr, in meinem Kopf kehrt ein wenig Ruhe ein und mein von hungern und nachdenken zerfressener Körper gönnt sich ein paar tiefe Atemzüge. Die Stimmen beruhigen sich und verkommen in solchen Stunden zu einem monotonen Hintergrundgeräusch welches nur mehr wie ein dunkles Wasser auf mich einwirkt.
Es umhüllt und umgarnt mich, reißt mich gleichzeitig aber nicht in die Tiefe sondern lässt mich beinahe großzügig auf der Oberfläche treiben.
Wie wunderbar diese Leere sein kann, erlebe ich nur nachts, wenn die Welt da draußen schläft, wenn keiner erwartet belogen zu werden und die Leute nichtsahnend in ihren heilen Betten in Träumen eingehüllt vor sich hin dösen.
Gedankeneinblick vorbei. zu Ende gedacht. zu Ende beschrieben. keine Kraft und Worte mehr vorhanden.

in mir: 664 kalorien